DIE GROSSE CHANCE

Das geplante "Asyl auf Zeit" wird die Bildung und die Integration von Flüchtlingen behindern. Wenn Österreich die Probleme der Zuwanderung meistern will, darf das Land die Fehler von einst nicht wiederholen

Politik | THOMAS SCHMIDINGER | aus FALTER 42/15 vom 14.10.2015

Der Politik bietet sich gerade eine große Chance. Sie könnte bei der aktuellen Fluchtmigration aus Syrien, dem Irak und Afghanistan jene Fehler vermeiden, die sie in den 1960er-und 1970er-Jahren bei der Arbeitsmigration aus der Türkei und Jugoslawien begangen hat.

Damals herrschte der Glaube, dass die Arbeitsmigranten nach verrichteter Arbeit ohnehin wieder in ihre Heimat verschwinden würden. Da auch die erste Generation der Einwanderer diese Hoffnung hegte, wurde über eine Generation hinweg nichts in Integration und den Erwerb der Sprache investiert. Da der sogenannte "Bildungshintergrund" und die gesellschaftliche Klasse in Österreich noch immer stark vererbt werden, wuchsen die folgenden Generationen in ein ethno-religiös definiertes Proletariat hinein, das den Nachkommen der Zuwanderer heute massiv schlechtere Startbedingungen bietet als anderen Landsleuten.

Wer solche Fehler vermeiden will, muss Migranten -seien es Arbeitssuchende oder Vertriebene - von Anfang an eine Perspektive


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