Stadtrand Urbanismuskolumne

Die Krux mit der Lebensqualität

Stadtleben | Birgit Wittstock | aus FALTER 42/15 vom 14.10.2015

Wer mal länger in anderen Großstädten dieser Welt gelebt hat, vergisst, zurück in Wien, schnell mal darauf, die Wohnungstür abzusperren, wenn er das Haus verlässt. Diese Stadt, die bald zwei Millionen Einwohner zählen wird, fühlt sich an so vielen Ecken an wie ein Dorf. Soll heißen sicher und vertraut. Es gibt kein Grätzel, in dem man sich abends nicht mehr auf die Straße wagen kann. Mulmig wird einem maximal dann, wenn in die Nacht-U-Bahn betrunkene Glatzen einsteigen. Zur Erinnerung seien noch andere Großartigkeiten genannt, für die Wien bereits sechsmal von der Mercer-Studie zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt wurde: massig Grünraum, Gesundheits-,Bildungsund Verkehrsangebote.

Interessant nun, was die Wien-Wahl wieder aufgezeigt hat: 46 Prozent der FPÖ-Wähler und -Wählerinnen waren der Meinung, dass Wien viel an Lebensqualität verloren habe, die der anderen Parteien sagten zu 80 bis 94 Prozent, dass Wien eine sehr lebenswerte Stadt sei. Für die einen ist das Glas offenbar halbleer, für die anderen halbvoll.


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