Gelesen Bücher, kurz besprochen

Menschenrecht auf Ökonomie

WILFRIED ALTZINGER | Politik | aus FALTER 42/15 vom 14.10.2015

Manfred Nowak ist Professor an der Uni Wien und Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Menschenrechte. 2004 bis 2010 war er UN-Folter-Sonderberichterstatter. Es wundert daher nicht, dass Nowak in seinem neuen Buch die wachsende ökonomische Ungleichheit vor allem aus menschenrechtlicher Sicht behandelt.

Spannend wird die Entwicklung vom Naturrecht ("Recht des Stärkeren") über die Rechtsentwicklung im Liberalismus des 18. und 19. Jahrhunderts (mit den persönlichen Rechten auf Leben, Freiheit und Eigentum sowie dem Wahlrecht) hin zur Verabschiedung der Menschenrechte im Jahre 1948 erzählt. Erst in diesen Gesetzen wurde neben den liberalen Grundrechten ("Gleichheit vor dem Gesetz") auch die Forderung nach einer "Gleichheit durch das Gesetz" stärker verankert. Damit wurden die essenziellen Rechte wie jene auf soziale Sicherheit, Gesundheit und Bildung stärker abgesichert. Der umfassende Schutz der Menschenrechte gilt generell als die Legitimationsgrundlage des modernen Verfassungsstaates

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