Wenn niemand was gesehen hat

Der Krimi "Black Mass" erzählt eine wahre Geschichte aus dem Boston der 1970er

Feuilleton | FILMKRITIK: MICHAEL OMASTA | aus FALTER 42/15 vom 14.10.2015

Man darf sich bloß nicht erwischen lassen. Für jemanden wie James Bulger, genannt "Whitie", ist diese Lektion überlebenswichtig. Privat lebt der irischstämmige Gangsterboss aus Boston-Süd ein Kleinfamilienidyll mit sexy Frauchen, nettem Buben und schlagfertiger Mutter. Seine diversen Geschäfte, vom Glücksspiel über Schutzgelderpressung und Prostitution bis zum gelegentlichen Mord, betreibt er nach der Devise: Wenn niemand was gesehen hat, ist es nicht passiert.

Das gilt vor allem auch für jenen Deal, den ihm Mitte der 1970er-Jahre ein gewisser John Connolly schmackhaft macht: Der aus New York nach South Boston heimgekehrte Hero des FBI gewinnt Whitie als Informanten für seinen Kampf gegen die lokale Mafia. Eine prima Geschäftsidee, erklärt der Gangster seinem engsten Vertrauten: Während die Behörden ihnen die Gegner aus dem Weg räumen, "we do whatever the f*** we want to do".

"Black Mass", ein Film von Scott Cooper, erzählt nun die Geschichte dieses Jimmy Bulger. In der Hauptrolle:


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