Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (235)

Stadtleben | aus FALTER 42/15 vom 14.10.2015

Frau M. ist Mitte 30, arbeitet in der Kreativbranche und genießt ihr unabhängiges Leben. Wenn sie mit ihren Eltern essen geht, lässt sie sich nach wie vor einladen. Ob das in Ordnung ist, möchte sie nun wissen.

Die meisten Eltern vertreten ja die Ansicht, man bleibe ein Leben lang ihr Kind -so erwachsen kann man gar nicht werden, dass einem die Mutter nicht doch noch ein paar vorpanierte Schnitzel fürs Wochenende in die Tasche packt. Dennoch: Man kann nicht selektiv erwachsen sein. Soll heißen nur da, wo es einem gerade in den Kram passt, während man sich in anderen Momenten die Vorzüge der Kinderrolle schmecken lässt. Deshalb, werte Frau M., ein Vorschlag zur Güte: Natürlich müssen Sie nun nicht krampfhaft Erwachsenheit demonstrieren, indem sie jede Rechnung auf den Cent genau auseinanderdividieren, aber es ist an der Zeit, auch einmal selbst die gesamte Zeche zu blechen.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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