Peter Rabl und sein Weg zum Unwohlstaat

Der ehemalige Profil- und Kurier-Herausgeber hat ein anregendes Buch geschrieben, am Ende bleibt es aber oberflächlich

REZENSION: STEPHAN SCHULMEISTER | Politik | aus FALTER 42/15 vom 14.10.2015

Mit einem Buch dieses Titels lädt der Journalist Peter Rabl die Leser ein, "sich stärker und konstruktiv in die gesellschaftliche und politische Diskussion über einen reformierten, leistungsfähigen Wohlfahrtsstaat einzubringen". Denn: "Die Österreicher wollen es in ihrer großen Mehrheit nicht wahrhaben, dass es mit ihrem Wohlfahrtsstaat bergab geht." Das bringe "unser gesamtes europäisches System der sozialen Demokratie ernsthaft in Gefahr".

Rabl benennt die wichtigsten Herausforderungen des Wohlfahrtsstaats wie Arbeitslosigkeit, prekäre Jobs, Armut, Arbeitslosigkeit, Zweiklassenmedizin etc. Aber seine eigene Position bleibt oft unklar. Einerseits lobt er die Errungenschaften des Wohlfahrtsstaats, insbesondere im Hinblick auf Armutsbekämpfung, soziale Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt, und verteidigt ihn gegen neoliberale Hardliner, andererseits entsprechen seine Diagnosen und Therapien oft dem neoliberal-symptomorientierten Mainstream (bei radikalen Rezepten wie der

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