Buch der Stunde

Ein Entdecker und literarisierender Naturkundler

Feuilleton | SEBASTIAN KIEFER | aus FALTER 42/15 vom 14.10.2015

Seine erste große Reise machte Georg Forster im zarten Alter von neun Jahren: Einem Auftrag der russischen Zarin Katharina II. folgend, führte sie ihn an der Hand des Vaters bis zur Wolga. Danach ging er alsbald in die englische Migration und 1772 für drei Jahre auf ein Schiff.

Vater und Sohn begleiteten James Cook auf seiner zweiten Weltumsegelung und entdeckten nebst einigen Inselparadiesen vor allem, dass der Kontinent um den Südpol, von Zeitgenossen gerne als blühendes Land imaginiert, nichts als eine gigantische Eismasse war. Zeitlebens wird Georg Forster (1754-1794) schreibend, denkend und fühlend von diesem Abenteuer zehren und sich nach Wiederholung sehnen, um einem gedemütigten Leben zu entfliehen, dem er einige der glänzendsten Prosastücke der deutschen Literatur abrang.

Forster machte seine Leidenschaft für theorielose Beobachtung zum Beruf und wurde ein geschätzter literarisierender Naturkundler, der Goethes Hochachtung gewann und Alexander von Humboldt entscheidend


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