"Ich würde die Band heute nie mehr NAKED LUNCH nennen"

Geburtstag ohne Nostalgie: Naked Lunch werden 25, veröffentlichen eine Werkschau und reflektieren ihre bewegte Karriere zwischen Kellerloch und Popstar-Glam

Feuilleton | GESPRÄCH: GERHARD STÖGER | aus FALTER 42/15 vom 14.10.2015

Oliver Welter und Herwig Zamernik sitzen an einem der letzten warmen Septembernachmittage im Gastgarten des Radiokulturhaus-Cafés und unterhalten sich bei einem Krügel Bier über den Soundtrack zum Kinofilm "Drive". Es ist offensichtlich nicht das erste Bier des Tages. Die beiden Musiker sind gut drauf, der Schmäh rennt, die Körperhaltung signalisiert Entspannung. Dass das Interview längst hätte beginnen sollen, kümmert sie nicht, dafür dauert es dann aber auch doppelt so lange wie vereinbart.

Oliver Welter, der Gitarrist und Sänger, hat Naked Lunch 1990 in Klagenfurt gegründet, der Bassist Herwig Zamernik ist 1993 zur Band gestoßen, die nach einem berühmten Roman von William S. Burroughs benannt ist. In den 90ern, der Ära von Grunge, Britpop und Alternative Rock, schrammten Naked Lunch haarscharf an einer Weltkarriere vorbei, um die Jahrtausendwende lag ihre Welt in Trümmern: Plattenvertrag weg, Schlagzeuger weg, Geld weg, alle Träume geplatzt.

Seit dem Comebackalbum "Songs


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