Verstrickt in einem Zopf von Beschuldigungen

Gefühle machen dumm: Susanne Gregor schildert in ihrem Roman "Territorien" das emotionale Duell eines Ehepaares

Feuilleton | REZENSION: HELMUT GOLLNER | aus FALTER 42/15 vom 14.10.2015

Susanne Gregors Debüt "Kein eigener Ort" war 2011 in der Edition Exil erschienen, mit "Territorien" ist die gebürtige Slowakin (Jg. 1981), die seit ihrem neunten Lebensjahr in Österreich lebt, zum renommierten Droschl-Verlag gewechselt.

Die Hauptfiguren der beiden Romane ähneln einander: Wie schon Ina ist auch Emma eine junge Frau, deren Liebessucht im Mangel an Selbstliebe gründet und deren Liebesschmerzen neurotische Höhen erreichen und zu erheblichen Realitätsverlusten mit Okkupationstendenzen gegenüber dem Geliebten führen.

Das klingt zunächst wenig einladend, aber Susanne Gregor ist eine Autorin mit großen erzählerischen Fähigkeiten.

Der Bewusstseinsstrom der Ich-Erzählerin entwickelt große Sogwirkung, und weil die Dinge im Bewusstsein näher beieinanderliegen als in der Außenwelt, braucht es nur Weniges, um einen starken Innenrhythmus zu garantieren.

Das detaillierte Gefühlswissen, über das Gregor verfügt, gerät nie zum Empfindungsbrei, sondern wird anhand konkreter


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