#RegrettingMotherhood

Warum regen uns Bücher über verbitterte Mütter so auf? Ein Erklärungsversuch


REPORTAGE: BARBARA TÓTH
Stadtleben | aus FALTER 42/15 vom 14.10.2015

Verrückt zu sein ist in Deutschland allemal gesellschaftsfähiger, als keine gute Mutter zu sein." Die deutsche Autorin Charlotte Roche, selbst Mutter, weiß, wie man gesellschaftliche Tabus literarisch vermarktet. In ihrem ersten Roman "Feuchtgebiete" lotete sie das körperliche Ekelgefühl aus. Ihr neues Buch strickt sie um das -sehr deutsche - Dauerdebattenthema Rabenmutter.

Ihre Protagonistin entledigt sich erst ihrer lästigen Mutterpflichten, indem sie ein Kindermädchen engagiert, um sich dann aufzumachen, ihre Eltern umzubringen, die sie für ihr gescheitertes Leben verantwortlich macht.

"Mommy Horror" nennt die Süddeutsche Zeitung dieses Genre. Neu ist es nicht, Roche hat es auch nicht erfunden. Trotzdem scheint es uns zu faszinieren, wenn sich Mütter offen und ehrlich darüber auslassen, wie sehr es sie nervt, Mütter zu sein.

Im kinderfreundlichen und emanzipierten Schweden, das immer wieder als Musterland für die Gleichberechtigung von Mann und Frau herhalten muss, stieß Maria

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