Enthusiasmuskolumne Diesmal: Der größte Spaßvogel der Welt der Woche

Nicht schlecht, Herr und Frau Specht!

Feuilleton | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 42/15 vom 14.10.2015

Den Lachenden Hans trifft man - außerhalb des Zoos -nur auf der Südhalbkugel dieses Planeten an. Unter dem Namen Kookaburra lässt er in Australien seinen extravaganten Gesang erschallen, der ihm seinen sprechenden Namen eingetragen hat.

In unseren Breiten haut sich der Grünspecht (Picus viridis) am auffälligsten ab, er ist sozusagen der Lachsack unserer Streuobstwiesen und Gartensiedlungen. Das klingt so ähnlich wie "klü-klü-klü" und ist eher im bodennahen Bereich zu vernehmen, denn dort zieht sich der Grünspecht mit seiner Spezialzunge täglich bis zu 2000 Ameisen rein.

Auf Französisch heißt der Grünspecht pic vert, was so ähnlich klingt wie Pivert, der Name, den Louis de Funés in "Les Aventures de Rabbi Jacob" trägt, weswegen er (nicht logisch, aber lustig) in der deutschen Synchronfassung Victor Buntspecht heißt.

Der Buntspecht (Dendrocopos major) ist etwas kleiner als der Grünspecht und der in Wien am häufigsten zu beobachtende Spechtgeselle, ein rechter Witz-und Raufbold, der die Praterauen aufmischt oder im Augarten abhängt. Wer ihn von seinem nahen Verwandten, dem Blutspecht (Dendrocopos syriacus) unterscheiden kann, darf bereits als sehr avancierter Spechtspechtler gelten. Ganz leicht zu identifizieren ist hingegen der krähengroße Schwarzspecht. Er sieht so aus wie Stefanie Sargnagel: rote Baskenmütze, Rest in Schwarz.

Im Trommeln ist der Schwarzspecht, der in der Antike den Kriegsgott Mars begleitete (Dryocopus martius), der Sargnagel allerdings haushoch überlegen - wobei eine spezielle Schädelkonstruktion dafür sorgt, dass er davon nicht deppert wird. Schon super! Wer noch mehr über Spechte wissen will, kann sich diese Woche noch die Spechtausstellung im Biologiezentrum Linz ansehen.


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