Rambo mit Zen-Aura

Für seine Romane zog William T. Vollmann in den Krieg und rauchte Crack. Nun besuchte einer der verblüffendsten Autoren der Gegenwart den Wiener Westbahnhof

Feuilleton | PORTRÄT: SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 42/15 vom 14.10.2015

Erwartet hatte man nichts weniger als einen Berserker. William T. Vollmann ist ein Autor, der krasse Stoffe den üblichen Mittelschichtsthemen vorzieht. Sein erstes Buch schrieb er vor gut 30 Jahren über seine Erfahrungen in Afghanistan, wo er als junger Mann auf eigene Faust hingereist war, um an der Seite der Mudschaheddin gegen die Sowjet-Invasoren zu kämpfen. Seither hat er von Bosnien, wo er 1994 nur knapp dem Tod entkam, bis Somalia kaum ein Kriegsgebiet ausgelassen.

Vollmann ist von Schusswaffen und deren Anwendung fasziniert. 2003 veröffentlichte er "Rising Up and Rising Down", eine Abhandlung über Gewalt und wann sie gerechtfertigt sein mag. Ursprünglich als Essay geplant, wurde daraus ein siebenbändiges Werk mit 3300 Seiten und der Anmutung eines Lexikons. Ähnlich viele Seiten widmete der Autor dem Thema Prostitution. In den 1980ern lebte er in San Francisco eine Zeit lang mit Straßenprostituierten zusammen und rauchte mit ihnen Crack, um in ihre Welt einzutauchen.

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