Nüchtern betrachtet

Es interessiert keine Sau, was >f185< bedeutet hat

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 42/15 vom 14.10.2015

Aus Gründen, gegen die ich was habe, aber nichts machen kann (biologischen nämlich), schlittere ich langsam in das Fach des Zeitzeugen. Das ist insofern peinlich, als ich mich an kaum was erinnere, außer an die 80er-Jahre; was bekanntermaßen als wasserdichter Beweis dafür gilt, dass man nicht dabei war. Ich habe zwar gegen den Nato-Doppelbeschluss demonstriert, müsste den aber googeln, wenn ich wissen wollte, wogegen ich damals war. Und was die Chronologie der Waldheim-Ära anbelangt, weiß das berühmte Holzpferd vom Hrdlicka (der ansonsten ja mehr in Stein und Bronze gemacht) sicher mehr als ich.

Weil im Falter aber Kolleginnen und Kollegen, die ich unter einiger euphemistischer Anstrengung als "meiner Generation zugehörig" bezeichne, nicht unflott durch solche ersetzt werden, die mit Kabelfernsehen und Bioeiern aufgewachsen sind, arbeitet die redaktionsinterne Demografie der Verfestigung meines Zeitzeugenstatus zu.

Seit ich bei einem gemeinsamen Ausflug zu einer beliebten Brötchenmanufaktur


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