Das nächste Match ist immer das schwerste

Der Sport leistet seinem Ethos gemäß in überraschend vielfältiger Weise Integrationsarbeit

Stadtleben | COACHING: JOHANN SKOCEK | aus FALTER 42/15 vom 14.10.2015


Foto: Verein "Sport spricht alle Sprachen" / OTS

Foto: Verein “Sport spricht alle Sprachen” / OTS

A guade Statur hat er ja.“ Der mit der sportlichen Figur heißt Afeez Rafiu und kommt aus Nigeria. Ein wenig verlegen steht er vor der Kantine des KSV Ankerbrot in Favoriten und schüttelt die Hand des Nachwuchschefs Michael Kapanek. Afeez will Fußball spielen und heute hat er das erste Testtraining beim Oberligaverein hier. Es ist Dienstag, der Tag der Flüchtlinge bei der Ankerbrot. Jede Woche trainiert hier eine Gruppe von ihnen unter der Aufsicht zweier Aktivisten vom Verein „Kicken ohne Grenzen“. Die Ankerbrot stellt den Platz und die Infrastruktur gratis zur Verfügung.

Afeez ist 25, zu alt und zu gut, um mit den Jungen zu kicken. Er hat in Deutschland in der Kreisliga im Schwarzwald gespielt und sehnt sich zurück auf den Platz. Bis es Zeit ist, sich selber umzuziehen, schaut er den Jugendlichen zu. Wenn ein Ball in seine Richtung rollt, reißt es ihn. Er grinst und ruft Kommentare aufs Spielfeld, unterhält sich mit den Begleitern der Flüchtlinge, Karina Lackner und Alois Gstöttner. Letzterer ist Journalist und Grafiker und hat im Buch „Goool do Brasil“ die Fußballleidenschaft des WM-Veranstalters 2014 kartografiert.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige