Wem gehört die Zukunft? Uns!

Elevate zeigt, wie Künstler, Aktivisten und überhaupt jede und jeder den großen Fragen unserer Zeit begegnen (können)

Lexikon | Gerlinde Pölsler | aus FALTER 42/15 vom 14.10.2015

Aufmüpfige Tänzerinnen und Bürgerrechtler, Rapper und Skateboarder bevölkern die Arbeiten von Antonino D'Ambrosio. Der Autor und Filmemacher ist Stichwortgeber für das heurige Motto des Grazer Elevate-Festivals: "Creative Response". Laut D'Ambrosio können Künstlerinnen und Künstler wie Ai Weiwei und Pussy Riot "die Art, wie wir denken und sehen, verändern". Creative Response sei "das Gegenmittel zu Materialismus und Zynismus".

Die elfte Ausgabe des Grazer Elevate-Festivals versammelt -neben tanzbarer Clubmusik - kreative Antworten auf die großen gesellschaftspolitischen Fragen. D'Ambrosio ist schon zum Auftakt am Donnerstag im Dom im Berg dabei, gemeinsam etwa mit Gabi Sobliye, die sich für mehr Transparenz im Netz einsetzt. Um Datenpolitik und das "Dark Web" geht es auch an den folgenden Tagen, etwa bei "Hacktivist" Jacob Appelbaum. Immer für Überraschungen gut sind die Yes Men, begnadete Kommunikations-Guerilleros, die sich etwa als Vertreter von Konzernen ausgeben und deren Ziele mit übertriebenen Forderungen komplett karikieren.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei Klimawandel und Ernährung, und hierzu kommt heuer erstmals Vandana Shiva zum Festival, die weltbekannte indische Physikerin, Umweltaktivistin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises. Sie wird das Highlight der Award-Show am Sonntag sein: Zum vierten Mal zeichnet Elevate engagierte Menschen und Projekte aus.

Steht Donnerstag und Freitag die Theorie im Mittelpunkt, geht's am Samstag in die kreative Praxis - erstmals an acht Grazer Locations. Widmet sich der Montag ganz dem Klimawandel, ist der Sonntag künstlerisch vielversprechend: Da performt etwa das Berliner Haus Bartleby, ein "Zentrum für Karriereverweigerung". Dort forschen "junge Dummheitsverweigerer am Ende einer Wirtschaft, wie wir sie kennen und verachten". Und die rufen zur Verschwörung auf und raunen: "Am Ende einer peinlichen Epoche werden wir ein neues Bauwerk errichten."

Graz, diverse Orte, Do-Mo


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige