Die Trümmerfrau

Wofür die weißrussische Autorin Swetlana Alexijewitsch den Nobelpreis für Literatur bekam

Feuilleton | EINSCHÄTZUNG: ERICH KLEIN | aus FALTER 42/15 vom 14.10.2015

Es ist ein alter Hut, dass nicht die besten Schriftsteller ihrer Zeit den Literaturnobelpreis erhalten. Weder James Joyce noch Leo Tolstoj bekamen ihn. Selten war aber die Entscheidung des schwedischen Preiskomitees derart umstritten wie im Fall der weißrussischen Autorin Swetlana Alexijewitsch. Die Begründung, ihr "vielstimmiges Werk" setze "dem Leiden und dem Mut in unserer Zeit ein Denkmal", wurde von der Kritik mit Sarkasmus bedacht.

Die Urteile reichten von "Nobelpreis für Journalismus" bis "Das ist keine Literatur!". Mittlerweile hat auch der autoritäre weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko der zur politisch Verfolgten Hochstilisierten gut patriotisch gratuliert. Tatsächlich - Swetlana Alexijewitsch ist kein einfacher Fall.

Swetlana Alexijewitsch, 1948 im ostgalizischen Stanislaw als Tochter eines weißrussischen Militärs und einer weißrussischen Lehrerin geboren, arbeitete jahrelang als Journalistin und Zeitschriftenredakteurin in Minsk; 1983 wurde sie Mitglied des


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