Sport Glosse

Wenn Lauda erzählt, geht's meistens ums Geld

Stadtleben | Johann Skocek | aus FALTER 42/15 vom 14.10.2015

Dreimal war Niki Lauda Formel-1-Weltmeister. Genauso oft hat er eine Fluglinie gegründet und wieder verkaufen oder zusperren müssen. Er wurde in eine reiche Familie geboren und wäre beinahe in einem Formel-1-Wagen verbrannt. Nicht viele Sportstars oder normale Österreicher sind so vertraut mit der Flüchtigkeit des Glücks und des Geldes wie der Mann, der sich das Kapperl auf seinem Kopf bezahlen lässt. In minderbegabten Werbespots hat er als Geizhals das Wohlwollen seines Publikums auf eine harte Probe gestellt. Jetzt hat er ein Buch herausgegeben, und aus der Lektüre diverser Rezensionen ahnt man: Lauda redet und hat nichts zum Thema zu sagen. Ich habe ihn einmal für ein Buch interviewt, und er hat total charmant und spannend über sein Leben erzählt und kein Wort über Geld. Am Ende hat er die Zeche gezahlt. Vielleicht macht ihn das einfach unfroh, das dauernde Reden über das Geld, das man sowieso hat.


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