Der Stacheldraht-Oscar

Die Preise für die unpolitischste Theaterproduktion des Jahres wurden diesmal mit viel Käse überreicht


Reportage: Sara Schausberger
Feuilleton | aus FALTER 43/15 vom 21.10.2015

Man kann den Käse an diesem Abend nicht übersehen. In einer beleuchteten Vitrine auf der Bühne im Werk X Eldorado liegen große, runde Laibe, die vom Schweizer Käseexperten Andrzej Koch bearbeitet werden.

Eigentlich geht es an diesem Samstag nicht um das Lebensmittel, sondern um so etwas wie den größten Käse im Theater. "Suche die unpolitischste Theaterproduktion Wiens 2014/15" heißt der Abend des Künstlers Julius Deutschbauer, der heuer bereits zum vierten Mal stattfindet.

Die Jury sitzt an einer langen Tafel vor Weinflaschen und Käsehäppchen. Dass sie in diesem Jahr nur aus mittelalten Männern besteht, fällt auch Moderator Deutschbauer auf, als er die Herrenrunde vorstellt: FM4-Mann Fritz Ostermayer, Thomas Trenkler vom Kurier, der Schikaneder-Betreiber Johannes Wegenstein und die Hausherren und Theaterprinzipale Harald Posch und Ali M. Abdullah entscheiden über die Gewinner in Kategorien wie "Der große Gönner / die große Gönnerin", "Die dickste Staubschicht" oder "Der

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