Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Immobilienplattform: Wer will anerkannte Flüchtlinge als Mieter?

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 43/15 vom 21.10.2015

Nehmen wir zum Beispiel Ahmed. Er floh vor dem Krieg, vor einigen Monaten hat er in Österreich Asyl bekommen, aber jetzt hängt er in der Luft. Niemand will anerkannten Flüchtlingen Wohnungen anbieten, erzählt er. Für Asylwerber wird gesorgt, aber sobald sie Asyl bekommen, sind sie auf sich selbst gestellt. Der Wohnungsmarkt wird für sie zu einem riesigen Problem. Ahmed erzählt, er lebe nun mit sechs weiteren Flüchtlingen zusammen. 250 Euro müsse jeder von ihnen an den Vermieter zahlen. Sieben Leute, 80 Quadratmeter, 1750 Euro Mieteinnahmen. Die Notlage der Flüchtlinge ist für manche Vermieter zu einem einträglichen Geschäft geworden.

Die Dolmetscherin Iris Topovolec und der Soziologe Philipp Babcicky haben nun heimatsuche.at entwickelt, eine Website, die anerkannten Flüchtlingen helfen soll, leichter eine Wohnung zu finden. "Die Seite funktioniert wie eine herkömmliche Immobilienplattform, mit dem Unterschied, dass auch Asylberechtigte als Mieter oder Mitbewohner grundsätzlich erwünscht sind", erklären die Initiatoren. Die Website wird ehrenamtlich betrieben.

Weitere Informationen auf der Website heimatsuche.at


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