Im Museum der maulenden Misanthropen

Regisseur Dušan David Pařízek legt im Volkstheater die komödiantische Seite von Thomas Bernhards Roman "Alte Meister" frei


Theaterkritik: Sara Schausberger
Feuilleton | aus FALTER 43/15 vom 21.10.2015

Die Bühne im Volkstheater ist weit, groß und leer. An den Seiten hängen weiße Leinwände, sie werden von Overhead-Projektoren mit schwarzweißen Folien beleuchtet. In der Mitte steht eine klitzekleine Bank, auf ihr liegt ein Mann und schläft. Es ist Reger, der Held aus Thomas Bernhards letztem Roman "Alte Meister", der jeden zweiten Tag ins Kunsthistorische Museum geht und sich dort in den Bordone-Saal setzt.

In den Saal geht er aber nicht, wie man glauben könnte, wegen des Tintoretto-Gemäldes "Weißbärtiger Mann", sondern wegen ebendieser Bank. Das Museum ist seine "Geistesproduktionsstätte" und die Sitzbank dafür eben die beste.

Der tschechische Regisseur Dušan David Pařízek setzte sich bereits am Prager Kammertheater viel mit österreichischer Literatur und insbesondere mit Bernhard auseinander. Er hat aus dem Roman Theater gemacht. Dass sich der Text gut zur Komödie eignet, ist nicht weiter verwunderlich, denn die monologartigen Ergüsse haben Witzpotenzial. Sätze wie "Ein

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