Musiktheater Kritiken

Der Direktor spielt Theater mit Strafgefangenen

Lexikon | aus FALTER 43/15 vom 21.10.2015

Ein Irrer landet im Inquisitionsgefängnis, die Gefangenen berauben den "Mann von La Mancha" seiner Habe und er spielt mit ihnen zu seiner Verteidigung Don Quijote. Olivier Tambosi inszenierte stimmig und ohne Klamauk, alle ständig auf der Bühne anwesenden Personen verkörpern die ihnen zugedachten Rollen mit wenigen Requisiten. Ein Blechhäfen eines Barbiers wird zum Goldhelm, die Hure Aldonza alias Dulcinea (Patricia Nessy) schenkt Cervantes den Reibfetzen, mit dem sie den Boden schrubbte. Der große Schauspieler Robert Meyer spricht mit Pathos und singt mehr als passabel, ohne blödelnd aus der Rolle zu fallen. Sancho (Boris Pfeifer) klaubt ihn wieder auf, wenn er den Kampf gegen imaginäre Windmühlen verloren hat, und singt, dass er ihn einfach liebt -ein eingängiger, eigentlich banaler Schlager, der manchmal an Udo Jürgens erinnert. HR Volksoper, Fr 19.30 (bis 6.12.)


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