Gelesen Bücher, kurz besprochen

Verein der großen Töchter

Politik | B T | aus FALTER 43/15 vom 21.10.2015

Noch intensiver mit Künstlerinnen und Literatinnen im Wien des Fin de Siècle beschäftigt sich die Historikerin Marianne Baumgartner in ihrer bei Böhlau erschienen Dissertation. Baumgartner ist bei ihren Studien immer wieder auf den 1885 gegründeten "Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen in Wien" gestoßen, dem 150 Frauen angehörten. Der Literatinnenverein war ein Zentrum des weiblichen, jüdischen, intellektuellen Wiens. Er war eine Art feministisches Gegenstück zum mächtigen Schriftsteller-und Journalistenverein Concordia, der keine Frauen aufnahm. Er bot seinen Mitgliedern Krankenversicherung und Pensionsleistungen an, war also, neben seiner Funktion als Austauschforum, auch eine sozialpolitische Institution. Baumgartner beschreibt die Geschichte des Vereins bis zum Zusammenbruch der Monarchie. Im zweiten Teil folgen 18 biografische Skizzen ausgesuchter Autorinnen.

Marianne Baumgartner: Der Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen in Wien (1885-1938). Böhlau, 444 S., € 49,-


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