Knödelkunde & Kompromisskraut

Ein Vorschlag zur Völkerverständigung mit Geselchtem in der Nebenrolle

Stadtleben | Gerichtsbericht: Katharina Seiser | aus FALTER 43/15 vom 21.10.2015

Fliegenlarven oder Lammhoden, angebrütete Enteneier oder Mehlwürmer, Stinky Tofu oder lebender Oktopus, das sind die kulinarischen Mutproben des 21. Jahrhunderts. Dabei braucht man für die echten Herausforderungen weder das Land verlassen noch die Ekelschwelle überwinden, sondern nur in anderer Bundesländer Kindheitserinnerungen reisen.

In unserem Haushalt lautet das Codewort der Wonne/des Grauens Grießknödel. Alljährlich am Übergang von der Klapperlzeit zur Herbstdepression überkommt mich das Verlangen nach einem meiner liebsten Kindheitsgerichte: Geselchtes mit Knödeln und Kraut. Keine vorschnellen Schlüsse, bitte, denn das Wort "Knödel" kann bei einer Traunviertlerin wie mir im Zusammenhang mit Geselchtem nur Grießknödel meinen, genauso wie zum Schweinernen (Schweinsbraten sagt man vielleicht in Wien) nur Erdäpfelknödel von spezieller Machart infrage kommen.

Wir haben für jede Lebenslage den passenden Knödel. Der Leopoldstädter im Haushalt denkt bei Geselchtem mit Knödel


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