Film Neu im Kino

Die Geschichte einer Heldin: "Malala"

Lexikon | SABINA ZEITHAMMER | aus FALTER 43/15 vom 21.10.2015

Seit ihrer frühesten Jugend setzt sich die heute 18-jährige Malala Yousafzai für das Recht von Kindern, insbesondere Mädchen, auf Bildung ein. 2012 bei einem Attentat durch die Taliban in ihrer Heimat Swat schwer verletzt, lebt sie mittlerweile mit ihrer Familie in England. 2014 erhielt sie den Friedensnobelpreis.

Mit der Dokumentation "Malala - Ihr Recht auf Bildung" zeichnet Davis Guggenheim die Geschichte der weltbekannten jungen Frau nach. "Es ist besser, einen Tag lang wie ein Löwe zu leben, als 100 Jahre lang wie ein Sklave" heißt es anfangs, bevor Malala von den Albträumen erzählt, die sie nach den Schüssen quälten. Gegen Ende des Films werden Bilder des blutigen Schulbusses und des schwer gezeichneten Mädchens davon im Detail zeugen, unterdessen springt die Handlung stark zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her: Malala, die mit ihren Brüdern herumblödelt, von ihrer Heimat und dem neuen Alltag erzählt, Schulen in Afrika und syrische Flüchtlinge besucht. Malala, die mit Präsidenten spricht und Reden hält, Fotos von Kricketspielern betrachtet oder über ihre Eltern reflektiert. Die Beziehung zu ihrem Vater, der sich selbst öffentlich gegen die Taliban wandte, nimmt im Film eine zentrale Stellung ein.

Sehr routiniert mit Musik unterlegt und mit recht pathetischen Animationssequenzen ergänzt, entsteht ein kleinteiliges, aber als Gesamtmosaik sehr glattgeschliffenes filmisches Porträt Malala Yousafzais, deren außergewöhnliche Persönlichkeit sich nur zum Teil erschließt. Umso mehr gelingt es Guggenheim, die Atmosphäre einer erstarkenden Diktatur nachzuzeichnen, die in Unterdrückung und Terror mündet. Welchen Respekt es verdient, in einem solchen Moment aufzustehen, kann "Malala" nachhaltig vermitteln.

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis und Village)


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