Stäbchenstör und Busenbarsch

Die Tierzeichnungen von Manfred Deix zeigen seine Kunst abseits des lauten Schenkelklatschens


Würdigung: Peter Iwaniewicz
Feuilleton | aus FALTER 43/15 vom 21.10.2015

Erste Hälfte der 1970er-Jahre. Ein noch völlig unbekannter Manfred Deix veröffentlichte in dem von Günther Nenning gegründeten, satirischen Jugendmagazin Neue Freie Presse seine ersten Zeichnungen. Diese schlugen damals in der bürgerlich-braven Karikaturistenlandschaft wie eine Bombe ein: stets die Grenzen des "guten Geschmacks" überschreitend, respektlos vor jeglichen Autoritäten und für Freunde des gemäßigten politischen Tadels à la Ironimus eine einzige obszöne Provokation.

Diese frühen Zeichnungen erzählten etwa Szenen aus dem Alltag Schweinsbraten verschlingender und Kellnerinnen begrapschender Antisemiten und enthielten alle wesentlichen Elemente späterer Arbeiten: detailgenaue Beobachtung des privaten Alltags, bitterböse Enttarnung gesellschaftlicher Zustände und eine stets treffend-lockere Linienführung.

Kunsthistorisch würde man demnach Deix' Vorbilder bei Carl Spitzweg, Francisco de Goya und Wilhelm Busch verorten. Dazu würde dann auch die Analyse Gerhard Roths

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