Das Rätsel um die Rede eines rebellischen Roten

Jörg Leichtfried wollte einen SPÖ-Sonderparteitag, bekam ihn aber nicht. Jetzt kontert er mit einer beachtenswerten Rede

Politik | Bericht: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 43/15 vom 21.10.2015

Wenn Jörg Leichtfried das Problem der Umverteilung erklären will, erzählt er vom Kaffee - "a Glasl haßes Wossa, des schwoarz is". Bei Starbucks in London habe er für einen Becher umgerechnet zehn Euro gezahlt. Ein paar Tage später las er, dass die globale Kaffeehauskette in Großbritannien keine Steuern zahle. "Wie gibt's denn das?", fragt Leichtfried, "die verlangen für a haßes Wossa zehn Euro und mochn keinen Gewinn. Es hab ja nicht nur ich die zehn Euro gezahlt, sondern auch alle anderen Deppen, die drinnengesessen sind."

Gelächter von den Rängen im Kulturhaus der Stadt Bruck. Unten sitzen die SPÖ-Delegierten, die ihn nach seiner Rede mit 100 Prozent zum Vorsitzenden des steirischen SPÖ-Kernlandes Bruck-Mürzzuschlag küren werden. Sie werden die Rede als "fulminant" bezeichnen. Es ist Anfang Oktober.

Aber noch ist die Wahl nicht geschlagen, noch muss Leichtfried erklären, warum Starbucks keine Steuern zahlt. "Die verschieben diese Gewinne die ganze Zeit herum, bis am Ende


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