Musiktheater Kritiken

Glamour der Macht-Erotik und ihre Kehrseiten

Lexikon | aus FALTER 43/15 vom 21.10.2015

Dank der Regie von Claus Guth bescherten Monteverdi und sein genialer Librettist Busenello mit "L'incoronazione di Poppea" einen vier Stunden währenden Theaterabend. Darstellerisch sind alle Protagonisten, auch in einer Vielfalt von (Counter-)Tönungen, in dieser Mischung aus Reality-Show und Tragödie vielschichtige, ins Heute geholte Persönlichkeiten: vom subtil-sadistischen Machtmenschen Nero bis zur Karrierefrau, von der dem Alkohol verfallenen Kaiserinnen-Diva bis zum in einer Badewanne Selbstmord begehenden stoischen Philosophen, von skurril-parodistischen Ammen bis zum rotzig und frech das Geschehen lenkenden Amore. Sogar gelegentliche Intonationstrübungen sind passend und brauchen nicht bemäkelt zu werden. HR Theater an der Wien, Fr 19.00


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