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Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 43/15 vom 21.10.2015

QR-Codes braucht kein Schwein. Zu diesem Ergebnis kam eine Erhebung der Münchner Stadtverwaltung, wo die mit schwarzen und weißen Punkten gefüllten Quadrate an Sehenswürdigkeiten angebracht sind. Der Passant könnte den Code per Smartphone ablesen und würde dann auf eine Seite gelenkt, wo er mehr über Museen und Theater erfahren würde. Wenn der digitale Faulpelz nur wollte. Eine Stichprobe ergab, dass vier Monate kein einziger User den QR-Code etwa am Lenbachhaus benutzte.

Nun ist empirisch erwiesen: QR-Codes haben weniger Gebrauchswert als eine Eierharfe. Werbegrafiker müssen sie auf Plakaten platzieren, damit Manager, die ihre E-Mails diktieren, ihre Web-Affi nität unter Beweis stellen können. So wie vor zehn Jahren, als sogar Automarken und Energiekonzerne eine Repräsentanz in der virtuellen Welt von Second Life haben mussten.

Es gibt wohl nur ein virales Angebot, das noch toter ist: Videofiles von Vorträgen, die nach einer Veranstaltung "kostenlos heruntergeladen" werden können.


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