Hinter Gittern geknechtet

Schwitzen mit Smartphone und Tablet: "Freeletics" ist das weltweit erfolgreichste Fitness-App-Programm

Stadtleben | Freak-Schau: Thomas Rottenberg | aus FALTER 43/15 vom 21.10.2015

Die Schmerzen am Tag danach, sagt Marcus Gottwald, 32, waren eine Erlösung: Was wehttut, das lebt. Als der Wiener vor zwei Jahren das erste Mal auf allen Vieren aus dem Käfig an der Rossauer Lände gekrochen war, war er sich nicht sicher gewesen, ob er je wieder Schmerzen haben würde. Oder sonst etwas: "Ich habe geglaubt, dass ich sterben muss."

Das tat Gottwald - natürlich - nicht. Aber er lernte, dass Körperteile und -stellen wehtun können, von deren Existenz er vorher gar nicht gewusst hatte. Vorher: vor der "Transformation". Bevor er sich in den Dienst der App stellte.

Im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Zum einen, weil der Wiener immer noch mehrmals wöchentlich das Smartphone im Käfig (längst nicht mehr nur am Kanal) auf den Boden legt und tut, was es ihm befiehlt: Strecksprünge, Klimmzüge, Liegestütze. Trizepsdips, Klappmesser, kurze Sprints. Und tausend andere Übungen. Knapp, kurz und im Stakkato kommen die Anweisungen - und Gottwald gehorcht. So wie 25 andere, die

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