TIEF DURCHATMEN, BITTE

In der "Migrationsdebatte" geht es in Wirklichkeit nicht um die Fremden, sondern um unser Unbehagen. Wer das versteht, kann auch aus ihr lernen

Politik | Barbara Tóth | aus FALTER 43/15 vom 21.10.2015

Nicht nur der Falter hat eine "Migrationsdebatte" ausgerufen, die Debatte ist überall. Kein Abendessen, kein Fest, kein Empfang, bei dem man nicht eher früher als später beim Thema Nummer eins des Jahres 2015 landet. Ich kann es ehrlich gesagt schon nicht mehr hören. Nicht, weil mich das Schicksal der Flüchtlinge nicht rührte. Nicht, weil ich es nicht wichtig fände, darüber nachzudenken, was ihr Exodus für Europa bedeutet. Was mich empört, ist die Art und Weise, wie darüber debattiert wird. Nämlich immer uniformer und immer alarmistischer.

Es ist dieser anschwellende "Das wird man jetzt aber schon mal sagen dürfen"-Ton, der mich stört. Dieser pseudo-mutige Tabubrecher-Habitus. Er begleitet die "Klar-Bürgerlichen", wie die neuen starken Rechten in der Schweiz nach ihrem Wahlsieg jetzt genannt werden, immer schon. Er hat auch schon die moderaten Skeptiker voll im Griff. Jetzt holt er sich auch noch die sich einst als links und progressiv Verstehenden ein.

Das kann man gerade


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