Theater Kritiken

Knallt: Ringsgwandls brachialer Stubenspaß

Lexikon | THERESA GINDLSTRASSER | aus FALTER 43/15 vom 21.10.2015

Wer muss mehr Buckel machen? Die in der Stadt oder die am Land? Dora Schneider inszeniert die Stubenoper "Der varreckte Hof" von Georg Ringsgwandl in jener mit der Gattungsbezeichnung assoziierten Intimität. In der Mitte des Publikums stehen die disparaten Bauernmöbel schön rot. In der Mitte der Familie Weichsenrieder steht Linde Prelog als mal und mal nicht demente alte Bäuerin. Mit der musikalischen Neu-Arrangierung durch das Duo Catch-Pop String-Strong, Rina Kaçinari und Jelena Popržan, kommt der Gesang genau aus dieser Unzeitgemäßheit der Nicht-mehr-Bäuerin. Die Brachial-Komik des Textes (Migration als Chance, Bauernhof als verlorenes Paradies) wird wirklich zur knallenden Pointe. Und alle hoffen, "dass' weida geht". Weil alle sind sich irgendwo fremd. Richtig gut!

Kosmos Theater, Sa, Do 20.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige