Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 43/15 vom 21.10.2015

Der Umzug ist nun abgeschlossen, Nina Brnada und ich haben das alte Zimmer von Nina Horaczek bezogen. Zwei alte Paar Schuhe gaben wir zum Restmüll. Wir hatten sie in einem verstaubten Plastiksackerl im Regal gefunden und konnten sie niemandem im Haus mehr zuordnen. Der Stapel an Briefen - an Menschen adressiert, die bereits vor mehr als zehn Jahren den Falter verlassen hatten - landete ungeöffnet im Papierkorb. Die vergilbten Notizen hat Horaczek mitgenommen. Umzug in der Redaktion heißt: Berge an zeitgeschichtlichen Dokumenten abtragen, die an Berge von Berichten erinnern.

Womit wir beim Thema wären: Michael Spreitzhofer, Experte für Bob Dylan, elegante Sonnenbrillen und Internet, hat die verschütt geglaubten Geschichten des Falter ausgegraben, abgestaubt und digitalisiert. Jede einzelne Zeile seit 1999. Darunter etwa auch Horaczeks Geschichte "Sag dein letztes Gebet" aus dem Jahr 2006. Sie deckte damit den Folterskandal rund um den Schubhäftling Bakary J. auf, der später verfilmt wurde. Oder Florian Klenks Investigativrecherche über den Frauenhandel in Wien aus dem Jahre 2005 (Titel: "Einfach hinklatschen"), die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek zum Theaterstück "Über Tiere" inspirierte. Oder Klaus Nüchterns Kolumnen "Nüchtern betrachtet" aus dem Jahre Schnee, die mittlerweile in einer eigenen Buchreihe erschienen sind. All das können Sie, geneigte/r Leser/in, in unserem Online-Archiv nun nachlesen. Für unsere Abonnent/inn/en ist's sogar gratis.

Weil wir Sie sehr lieb haben!


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