WILLKOMMEN IM ÄRZTEMARKT

Neue Einrichtungen sollen die medizinische Erstversorgung reformieren. Alle sind sich einig, dass das notwendig ist. Dennoch tobt ein Konflikt

Politik | ÜBERBLICK: NINA BRNADA | aus FALTER 44/15 vom 28.10.2015

Statistisch gesehen geht Theresa Baumgartner, 50, alle zwei Wochen zum Arzt. Sechsmal im Jahr zum Internisten, dreimal zum Zahnarzt, einmal zum Orthopäden, einmal zum Gynäkologen, dreimal zum Augenarzt und zusätzlich noch jeden Monat zum Hausarzt, "wegen der Rezepte, die ich ja auch noch brauche", wie sie sagt.

Die Wienerin hat seit ihrem zweiten Lebensjahr Diabetes, schon in ihren frühen Dreißigern hat sie beinahe vollständig ihre Sehkraft eingebüßt. Heute sieht sie drei Prozent auf dem rechten Auge und zehn auf dem linken. Aber so souverän, wie sie das Gegenüber mit ihren blauen Augen anblickt, würde man nicht bemerken, dass sie einen kaum sieht. "Ich sehe war ein wenig, aber es ist so als würde ich durch trübes Glas schauen."

Gerade weil sie eine so lange Leidensgeschichte hat, kennt sie das heimische Gesundheitssystem wie ihre Westentasche. Trotzdem findet sich auch Expertin Baumgartner nicht immer ganz in ihm zurecht. Die Frau sagt: "Ich habe zu viel Lebenszeit bei Ärzten


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