DAS MANAGEMENT DER BARBAREI

Wovor flüchten Syrer? Der Terrorforscher Peter R. Neumann hat die Ziehväter des Islamischen Staats und die Facebook-Seiten seiner Kämpfer erforscht. Ein Gespräch über die brutalste Organisation der Welt

Politik | GESPRÄCH: FLORIAN KLENK | aus FALTER 44/15 vom 28.10.2015


Foto: Michael Reynolds / EPA / picturedesk.com

Foto: Michael Reynolds / EPA / picturedesk.com

Die Flüchtlingsströme reißen nicht ab. Immer mehr Syrer kommen nach Europa, weil sie die Herrschaft des Islamischen Staats nicht überleben würden. Langsam kommt auch die Diplomatie in Schwung (siehe Kasten unten). Wieso ist der IS so brutal und erfolgreich zugleich, was treibt seine Gefolgsleute wirklich an? Es gibt viele selbsternannte Terrorforscher, die Antworten darauf geben, ohne wirklich empirisch geforscht zu haben. Peter R. Neumann zählt nicht zu diesen Scharlatanen. Der Direktor des „International Center for the Study of Radicalisation“ am Londoner King’s College gilt als einer der gefragtesten Experten für islamistischen Terror. Soeben hat er im Econ-Verlag seine exzellente Studie über „Die neuen Dschihadisten“ vorgelegt. Es räumt mit vielen Vorurteilen auf, die man in Europa über den Islamischen Staat, seine Krieger und die Salafisten hegt. Anlass für ein Falter-Gespräch über die geistigen Grundlagen des IS und den Alltag der aus dem Westen ausgewanderten Kämpfer.

Falter: Herr Direktor Neumann, Sie beginnen Ihre Studie über „Die neuen Dschihadisten“ mit einem Rückblick auf die Geschichte des europäischen Terrors. Was müssen wir denn von unserer eigenen Vergangenheit wissen, um die Brutalität von heute zu verstehen?


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige