Vom Warten und Hoffen

Im Grazer Stadtpark protestieren Flüchtlinge, weil ihre Asylverfahren so lange dauern. Haben sie recht und was muss sich ändern?

Steiermark | RECHERCHE: DONJA NOORMOFIDI, GERLINDE PÖLSLER | aus FALTER 44/15 vom 28.10.2015


Foto: J. J. Kucek

Foto: J. J. Kucek

Auf dem Wohnwagen, den Unterstützer des Protestcamps hier abgestellt haben, haben Flüchtlinge Zeichnungen aufgehängt. Eine zeigt einen Berg aus Uhren, vor einer verschlossenen Tür wartet ein Mensch. Auf einer anderen Zeichnung sieht man Syrien, in blutrote Farbe getaucht, und Strichmännchen, die auf dem Weg nach Europa ins Meer fallen.

Seit fast vier Wochen kampieren Flüchtlinge im Grazer Stadtpark vor der Landespolizeidirektion. Sie kommen vor allem aus Syrien und dem Irak, tagsüber sind einige Dutzend hier, nachts weniger. „Wir sind seit fast einem Jahr in Österreich, haben aber noch immer keinen Termin für unser Interview“, sagen zwei Sprecher bei einer Pressekonferenz. Gemeint ist das alles entscheidende Gespräch vor der Asylbehörde. Und sie wissen nicht, wie lange sie noch warten müssen – zwei Wochen, zwei Monate, ein halbes Jahr? Dabei gilt eine Frist von sechs Monaten, innerhalb der die Behörde entscheiden müsste. Auch der Grazer Anwalt Ronald Frühwirth vertritt an die 40 Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak, von denen viele schon mehr als sechs Monate warten, manche sogar 14 Monate.


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