Kippt die Stimmung? Spielfeld, die Politik, falsche Gerüchte und die Medien

Politik | FK | aus FALTER 44/15 vom 28.10.2015

Irgendetwas kippt da gerade Zumindest wird man diesen Eindruck nicht los, wenn man dieser Tage mit Helfern und Beamten von Stadt Wien, Polizei, Innenministerium und den ÖBB spricht. Die Innenministerin fordert die "Festung Europa" - allerdings unter gleichzeitiger Errichtung von Hotspots, um Asylwerbern eine Antragstellung zu ermöglichen. Sebastian Kurz hält Grenzzäune für eine "Option".

Die Aufregung liegt zum einen an den Zuständen beim steirischen Grenzübergang Spielberg. Die steirische Landesregierung schaffte es dort nicht -anders als die Burgenländer und die Wiener -, den Ansturm zu managen. Die Bayern schlossen am Sonntag noch dazu die Grenzen, was zu Rückstau führte.

Bilder von Menschenmengen, die die Grenze überrennen, waren die Folge. Die Krone, geübt im Erschnuppern des "Volksempfindens", kehrt nun ihrer eher deeskalierenden Berichterstattung den Rücken. Den Hetzer gibt Christoph Biró, der von Syrern zu berichten wusste, die Frauen sexuell belästigen, in die Züge defäkieren, Sitze aufschlitzen und sich weigern, darauf Platz zu nehmen, weil "darauf Christen gesessen sind". Bei den ÖBB, aber auch im Innenministerium dementiert man solche Zustände. Züge, so halten die ÖBB fest, würden zwar nach den Transporten (von rund 350.000 Flüchtlingen) oft mitgenommen aussehen, der Krone-Bericht sei aber "nicht nachvollziehbar".

Im Innenministerium betont ein Sprecher, dass Syrerinnen in ein paar wenigen Fällen in Bussen von Afghanen belästigt worden seien. Anzeige wegen Sexualstraftaten gab es eine einzige in Traiskirchen. Die war nachweislich falsch, wie sich nach Ermittlungen herausstellte.


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