Ins Mark Der Kommentar zur steirischen Woche

Die Spielchen gehen weiter

Steiermark | Gerlinde Pölsler | aus FALTER 44/15 vom 28.10.2015

Nur noch ein paar Wochen, dann gelten für die Spielautomaten in der Steiermark neue Regeln. Es gibt dann weniger von ihnen, und der Spielerschutz wird besser. Das erkennt auch die Fachstelle für Glücksspielsucht an. Gleichzeitig warnte sie vor den riesigen Verlusten, die künftig in kürzester Zeit legal möglich sind. In einer Stunde können 36.000 Euro futsch sein. Die Ex-"Reformpartner" überhörten das und schöpften das Maximum des vom Bund Erlaubten aus. Nur so fließt auch das Maximum an Geld ans Land. Und das brauche man ja für Prävention und Therapie.

Und jetzt? Will man sich auf nichts festlegen. Hatte das Land bisher per Gesetz festgeschrieben, einen Teil der Glücksspieleinnahmen - ohnehin nur ein Drittel - für Suchtprävention und -therapie zu verwenden, ist die Zweckbindung nun Geschichte. KPÖ und Grüne, die das forderten, blitzten ab. Bei den Suchthilfevereinen läuten die Alarmglocken. Der Gesellschaft für Suchtfragen b.a.s., die auch für Spielsüchtige da ist, wurde das Budget schon heuer gekürzt. Sie musste den Betrieb einschränken und die Beratungsstelle Feldbach sogar schließen.

Dabei seien im Mai alle Suchthilfeeinrichtungen bei Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) gewesen, sagt b.a.s.-Chef Manfred Geishofer, "und da hat er betont, dass ihm die Zweckbindung ganz wichtig sei". Nun ist Geishofer einfach "baff".

Das Büro Drexler erwidert: 2016 erhalte die Suchthilfe ohnehin um eine Million Euro mehr als heuer. Man habe dies nur noch nicht verbreitet.

Eine gute Nachricht, ja. Dennoch bleibt die Weigerung, sich langfristig zu verpflichten. Vertrauen in die guten Absichten des Landes weckt das nicht.


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