Warten auf den Klavierunterricht

Kein Bundesland hat so wenig städtische Musikschulen wie Wien. Woran liegt das?

Stadtleben | REPORTAGE: GEORG RENÖCKL | aus FALTER 44/15 vom 28.10.2015

Fünfzehn Sekunden hat er den Ton auf Anhieb halten können, erzählt Florian und ist sichtlich stolz darauf. Das Mundstück durfte er zum Üben mit nach Hause nehmen, es liegt schwer in der Hand und glänzt silbern. Und wie heißt es jetzt, das neue Instrument? Florian zuckt mit den Schultern, dieses Detail hat er in der Aufregung der ersten Stunde gar nicht mitbekommen.

Als Nächstes kommt jedenfalls Akkordeon, dann Klavier. Florian nimmt am sogenannten "Instrumentenkarussell" der Musikschule Rudolfsheim-Fünfhaus teil. Vier bis fünf Instrumente lernen die Kinder dabei im Laufe eines Schuljahres kennen, jedes ein paar Wochen lang. Für Florians Mutter kommt die plötzlich erwachte Liebe zur Musik unerwartet: "Wir sind eigentlich gar keine Musikerfamilie."

Nun, darauf kommt es ja auch nicht an, theoretisch jedenfalls: Dass ein Kind unabhängig vom familiären Hintergrund die gleichen Chancen auf Bildung haben sollte, schreibt sich schließlich gerade die Stadt Wien auf ihre Fahnen.

Die befremdliche


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige