Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Herausgebers

Sind wir heiße Journalisten, kühle Chirurgen, oder was?

Falter & Meinung | VON ARMIN THURNHER | aus FALTER 44/15 vom 28.10.2015

Wird man mit Kritik konfrontiert, ist man versucht, einfach zurückzupfeffern. Wenn sich zum Beispiel Christian Ortner reflexartig beschwert, ich schwänge die Nazikeule über ihm, wo ich ihn bloß einer Wortverdrehung überführte, nehme ich das nicht ernst.

Rosemarie Schwaigers Kritik im Profil nehme ich ernst. Während andere das Katzenbildsammeln propagieren, verfiel sie dem Wiener Nachwahlkater. "Angeblich sind Medien heute wichtiger denn je, weil sie die Informationsflut im Internet filtern und mit ihrer Expertise dem Publikum helfen, zwischen Wahrheit und Fiktion, Aufklärung und Propaganda zu unterscheiden", schrieb sie und konstatierte zu Recht, gerade darin hätten sie versagt, die Medien. "Die vierte Ohnmacht", war ihr Artikel betitelt. Sympathischerweise schloss sie das Profil in die Diagnose mit ein, denn dieses hatte auf dem Cover dazu aufgerufen, Häupl zu wählen.

Das war selbstkritisch bis zur Selbstgeißelung, aber nur fast. Süßer war es, mich zu geißeln. Denn ich hatte


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige