Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 44/15 vom 28.10.2015

Pop

Joanna Newsom: Divers

Nach dem überfordernden Meisterwerk "Ys." und dem Triple-Album "Have One on Me" klingt die US-Sängerin und Harfenistin auf ihrem vierten Album zugänglicher als je zuvor, Zuschreibungen wie "exzentrisch" darf man sich sparen. Ein Jahr hat Newsom allein an den Arrangements getüftelt, die allerlei Keyboards sowie die Prager Philharmoniker auffahren. Heraus kam ein grandioser Zyklus traurig-schöner Stücke zwischen Kunstlied und Folk, dem man bis zum letzten Ton gebannt lauscht. (Drag City) SF

Pop

Die Nerven: Out

Das seit einigen Jahren aktive Stuttgarter Trio mit dem fantastischen Bandnamen tritt in klassischer Besetzung -Bass, Schlagzeug und Gitarre - an. Die Wurzeln liegen im Punk und im Noiserock, wobei es hier aber weniger um eruptive Entladung als vielmehr um Spannungsaufbau, Verdichtung und Intensivitätssteigerung durch Verlangsamung geht. Der wuchtige Bass ist so wichtig wie die spröde Gitarre, die Texte sind eigenwillig und gut. Charakteristische Zeile: "Das Glück ist weg, die Feinde nicht." (Glitterhouse) GS

Klassik

Anna Vinnitskaya: Shostakovich

Schostakowitsch pur: Mit der Kremerata Baltica und der Staatskapelle Dresden unter Omer Meir Wellber spielt Anna Vinnitskaya neben dem Klavierkonzert op. 102 auch das jazzig angehauchte Konzert für Klavier und Trompete op. 35 (Tobias Willner). Als Zugabe hat die Pianistin das Concertino für zwei Klaviere (mit Ivan Rudin) und Schostakowitschs letztes Klavierwerk überhaupt aufgenommen: eine Tarantella, ursprünglich für den Fifties-Film "Die Hornisse" komponiert und später für zwei Klaviere arrangiert. (Alpha) MDA


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