Mit einem Katzensprung durchs Kino

"Animals", die große Retrospektive von Viennale und Filmmuseum, widmet sich dem Tier im Film

Feuilleton | STREIFZUG: MICHAEL OMASTA | aus FALTER 44/15 vom 28.10.2015

Schockierend, aber wahr: "Cat content" ist keine Erfindung aus der Ära von Youtube oder Facebook! An einem Sommertag des Jahres 1896 nahm Louis Lumière ein kleines Mädchen im Garten auf, das seiner Katze einen Teller Milch kredenzt. "Déjeuner du chat" heißt das knapp einminütige Dokument -und offenbar war es ein solcher Erfolg, dass der Filmpionier noch weitere Kind-mit-Katze-Filme herausbrachte.

Überhaupt waren es Tiere, welche die Bilder einst das Laufen lehrten. Der amerikanische Fotograf Eadweard Muybridge dokumentierte 1877 mit einer Reihe von Kameras ein Pferd im Galopp, um seine Bewegungen zu studieren; das Gerät, mit dem man die "bewegten" Bilder ansehen konnte, nannte er Zoopraxiscope.

Der französische Physiker und Physiologe Etienne-Jules Marey wiederum konnte mit seinem 1882 entwickelten Chronophotographen bis zu zehn Bewegungsphasen auf einer einzigen Platte belichten. Ende der 1880er-Jahre realisierte er eine Studienreihe, die Tiere im Fall aus anderthalb Metern Höhe


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige