Mediaforschung Verführungskolumne

21. Oktober 2015 - ein Feiertag für die Werbeindustrie

Medien | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 44/15 vom 28.10.2015

Der Tag der Zukunft liegt nun eine Woche zurück. Auf der ganzen Welt waren Fans der Filmtrilogie "Zurück in die Zukunft" aus dem Häusl, als die Sonne aufging und endlich den lang ersehnten Tag beschien: den 21. Oktober 2015, an dem der Filmheld Marty McFly aus dem Jahr 1985 in der Zukunft ankommt. Ein Wissenschaftler namens "Doc" hatte ihm davor ein Auto der Marke DeLorean zur Zeitmaschine auffrisiert.

Nicht nur Medien analysierten, ob die filmischen Zukunftsversprechen der Vergangenheit von der realen Gegenwart gehalten wurden. Der Bilanztag lieferte auch Stoff für die Werbeindustrie. "Danke, dass du unsere Ingenieure inspiriert hast, Doc", jubilierte Mercedes in einer dreiteiligen Werbeserie und ließ einen selbstfahrenden Mercedes die filmische Ankunft des Zeitreisenden durchspielen - brennende Reifenspuren und ein aus dem Nichts auftauchendes Auto (http://bit.ly/mercedesfuture).

Die sinnfreieste Filmreferenz gelang dem EU-Parlament. Es ließ einen DeLorean in Brüssel vorfahren und einen Elvis-Imitator aussteigen. Slogan: "Identitätsdiebstahl ist ein ernstes Problem. Das EU-Parlament hilft dir, deine Daten zu schützen" (http://bit.ly/eu_bttf).

Toyota erklärte wiederum, es habe das filmische Zukunftsszenario, Müll in Treibstoff für Autos zu verwandeln, umgesetzt. Für den Spot wurden die Hauptdarsteller des Films engagiert: Michael J. Fox (Marty McFly) und Christopher Lloyd (Doc). Sie lösten ein weiteres Versprechen ein: In Zukunft sehen wir alle sehr alt aus.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige