Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 44/15 vom 28.10.2015

Kein Film ohne Qualm. Das fiel einem in den Martin-Scorsese-Filmen auf, die unlängst auf Arte zu sehen waren. Sogar in "Zeit der Unschuld" zündet sich Michelle Pfeiffer einen Tschick nach dem anderen an, und das, obwohl der Film im New York des Jahres 1873 spielt, wo Marlboro rauchende Damen nicht so selbstverständlich waren. Die Rauchverbote der Nullerjahre haben dann zu einer auffälligen Nikotinabstinenz geführt. Sogar Actionhelden mussten auf den lässigen Zug verzichten.

Das ist jetzt anders. Immer mehr Schauspieler und Schauspielerinnen sind in Raucherrollen zu sehen. Wie ließe sich ein SED-Politbüro in den 1980er-Jahren auch anders darstellen? Einem Raucher tut es weh zu sehen, wie schlecht die Mimen paffen. Meist nuckeln sie nur an der Kippe, ohne den Rauch zu inhalieren. Vorbildlich dagegen Robert De Niro in Scorseses "New York, New York". Er lernte Saxofon, bevor er die Rolle des Saxofonisten Jimmy Doyle übernahm.


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