Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Finanzmarktaufsicht bittet Raiffeisen-Manager zur Kassa

Politik | JOSEF REDL | aus FALTER 44/15 vom 28.10.2015

In der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) versteht man sich aufs Geldverdienen. Im Vorjahr erwirtschaftete das Unternehmen mit einer Bilanzsumme von mehr als 38 Milliarden Euro immerhin einen Gewinn von fast 100 Millionen Euro. Keine Frage, da sollte es im Management der Bank an Kapitalmarktkompetenz eigentlich nicht mangeln. Seit dem Ausscheiden des Langzeit-Vorstandchefs Ludwig Scharinger leitet Heinrich Schaller das Haus. Dieser war von 2006 bis 2012 Vorstand der Wiener Börse und ist damit wohl auch mit allen rechtlichen Feinheiten des Geschäftes vertraut.

Ein wenig peinlich ist es daher schon, dass die Finanzmarktaufsicht (FMA) im Jahr 2010 den gesamten Vorstand der RLB OÖ mit einer Geldstrafe von jeweils 12.000 Euro belegte, weil in der Bank einige Compliance-Richtlinien schleißig umgesetzt worden waren.

Die Raiffeisen-Banker haben dagegen über fünf Jahre lang durch alle Instanzen berufen. Kürzlich hat der Verwaltungsgerichtshof entschieden: Die Strafen der FMA sind zwar ein wenig zu hoch ausgefallen, aber dem Grunde nach rechtskräftig. 9000 Euro muss man sich auch erst einmal leisten können. Zum Glück wissen die bei einer Bank ja, wie man Geld verdient.


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