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Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 44/15 vom 28.10.2015

Wenn man auf die Gürtelschnalle drückt, beginnt Barbie zu sprechen. Der Spielzeughersteller Mattel hat die Puppe mit entsprechender Technik ausgerüstet, nutzt WLAN und digitale Spracherkennungsprogramme.

Barbie ging schon immer mit der Zeit. Zuerst war sie das züchtige Rossschwanzmädchen, dann selbstbewusste Doktorandin und sogar glamouröser Superstar. Auf den Multikulturalismus reagierte Mattel, indem die Firma afroamerikanische und asiatische Schwestern produzierte. Für den Feminismus stand Barbie dennoch immer für die Ausbeutung des weiblichen Körpers. "Wie eine Barbie-Puppe", heißt es, wenn sich eine Frau allzu perfekt herrichtet.

Jetzt, wo sie sprechen kann, wird die Kritik verstummen. Denn wer Sprache besitzt, kann sich emanzipieren. Zwar ist Hello Barbie so programmiert, dass sie keine verletzenden Wörter verwendet. Wer Barbie heute noch als "Puppe" bezeichnet, kann sich dennoch auf eine markige Erwiderung gefasst machen: "Say 'I'm sorry'!"


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