Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Wie eine Bürgerinitiative das Komet-Hochhaus verhindern will

Politik | BIRGIT WITTSTOCK | aus FALTER 45/15 vom 04.11.2015

Es ist eine kleine Entscheidung, die eines der umstrittensten Bauprojekte der Stadt zu Fall bringen könnte. Die Rede ist vom geplanten Hochhaus auf den Meidlinger Kometgründen, dessen Bau die Anrainer seit mehr als zehn Jahren bekämpfen.

Nun hat der Verwaltungsgerichtshof ihrer Beschwerde gegen den millionenschweren Bauinvestor, die Immobilienfirma HPD, Recht gegeben. Das bedeutet, dass die Bewohner des Grätzels nun eine Umweltverträglichkeitsprüfung für das Projekt einfordern können. Diese und vor allem die Tatsache, dass die Flächenwidmung für das Hochhaus befristet war und bei einem weiteren Aufschub die Baugenehmigung verfallen würde, könnten nun das Projekt zum Erliegen bringen. So hoffen zumindest die Aktivisten der Bürgerinitiative Kometprojekt. Seit 2004 kämpfen sie gegen den geplanten Hochhauskomplex mit Tiefgarage und Einkaufszentrum, das -so die Schätzungen des Investors -zwischen 2000 und 4000 zusätzliche Autofahrten pro Tag verursachen würde.

Die Geschichte ähnelt der vieler anderer Wiener Stadtplanungsprojekte: Ein politisch gut vernetzter Investor kauft das Gelände zwischen Wienfluss und Schönbrunner Straße. Rasch wird aus der Flächenwidmung für ein fünfstöckiges Gebäude eine für einen 120 Meter hohen Turm. Berater der Holding des Investors war zu dieser Zeit der rote Ex-Innenminister Karl Schlögl. Lediglich der Einspruch der Unesco verhinderte die Verwirklichung des Plans -der Turm hätte sich innerhalb der Schutzzone des Schlosses Schönbrunn befunden. Die Höhe des Gebäudes wurde auf 60 Meter begrenzt, aber der Streit ging weiter. 2007 sprach die damalige Planungssprecherin der grünen Oppositionspartei, Sabine Gretner, von einem "totalen Kniefall" der Stadt. Im Büro der Vizebürgermeisterin und Planungsstadträtin Maria Vassilakou, die seit der Regierungsbeteiligung der Grünen für das Projekt zuständig ist, müsse man erst prüfen, was der Entscheid des Verwaltungsgerichtshofs für das Projekt bedeute, heißt es.


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