4 Flüchtlinge schleppen gefährliche Krankheiten ein

Politik | aus FALTER 45/15 vom 04.11.2015

"Fall von Lepra in Salzburger Asyl-Zeltlager", berichtete die Kronen Zeitung Mitte September. Eine Falschmeldung, wie das Landeskrankenhaus nach eingehender Untersuchung des Asylwerbers richtigstellte. Es gibt aber natürlich kranke Flüchtlinge. "Es kommen viele Flüchtlinge mit eitriger Angina oder Zahnschmerzen", erklärt Michael Kühnel. Der Allgemeinmediziner war in Ebolagebieten im Einsatz und half in Haiti bei der Bekämpfung der Cholera. Jetzt versorgt er für das Rote Kreuz Flüchtlinge in Österreich. Typische Tropenkrankheiten wie Malaria würden nicht importiert, sagt der Mediziner, diese kämen im Mittleren Osten nicht vor. "Und bei erwachsenen Syrern ist die Impfrate hoch, die kommen aus einem Land, in dem es ein hoch entwickeltes Gesundheitssystem gab", sagt der Rotkreuz-Arzt, "nur die Kinder konnten oft nicht geimpft werden."

Allerdings gab es in Wien in einer Flüchtlingsunterkunft drei Fälle von Ruhr, einer hochinfektiösen Durchfallerkrankung, die mit Antibiotika behandelt werden kann. Unter Flüchtlingen, die derzeit kommen, grassiert momentan eine andere Plage: Scabies, auf Deutsch Krätze. Krätzemilben bohren Tunnel in die Haut und verursachen massiven Juckreiz. Diese Erkrankung sei eigentlich leicht in den Griff zu bekommen, sagt Leitner, "man muss die Patienten duschen, eine Creme auftragen und alles auskochen". Aufgrund der hohen Fluktuation an den Grenzübergängen sei dies derzeit schwierig. Krätze ist unangenehm, aber nicht gefährlich. Von den gefährlichen Infektionen hatten im Juli 2015 19 Österreicher und 23 Nicht-EU-Bürger Tuberkulose, im September 2015 erkrankten sechs Österreicher und fünf Nicht-EU-Bürger an der Ruhr, und es gab keinen Leprafall. Auch die Sprecherin von Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) bestätigt: "Wir konnten kein verstärktes Krankheitsaufkommen durch Flüchtlinge feststellen."


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