Vom kleinen, süßen Hitler und Stalin, dem Wicht

Als die Schriftstellerin Astrid Lindgren "Pippi Langstrumpf" schrieb, führte sie auch Tagebuch über die Gräuel des Zweiten Weltkrieges

Politik | REZENSION: STEFANIE PANZENBÖCK | aus FALTER 45/15 vom 04.11.2015

Millionen von Kindern hat die schwedische Autorin Astrid Lindgren mit ihren Büchern beim Aufwachsen begleitet. Sie ließ sie mit dem Detektiv Kalle Blomquist spektakuläre Fälle lösen, schickte sie ins Abenteuer mit Ronja Räubertochter oder lehrte sie Radfahren mit Lotta aus der Krachmacherstraße.

Begründet hat Lindgren ihren Erfolg mit der Erfindung des "stärksten Mädchens der Welt", Pippi Langstrumpf, die mit ihren bloßen Händen ihr Pferd stemmen kann und allein in der Villa Kunterbunt lebt. Als sie ihr Manuskript an den Verlag schickte, schrieb sie dazu: "(Ich) kann nur hoffen, dass sie nicht das Jugendamt alarmieren."

Damals, das war das Jahr 1944, und die Welt versank im Krieg. Astrid Lindgren war 36 Jahre alt, lebte mit ihrem Mann Sture und ihren drei Kindern in Stockholm und arbeitete für die Briefzensur der Postkontrollanstalt.

Schweden konnte sich zwar unter der Führung seines Ministerpräsidenten Per Albin Hansson aus den Kriegswirren weitgehend heraushalten, sah aber


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