Buch der Stunde

Das schmutzige Geschäft mit den Flüchtlingen

JULIANE FISCHER | Feuilleton | aus FALTER 45/15 vom 04.11.2015

Der Jurist Daniel Zipfel unterstützt seit sieben Jahren Flüchtlinge auf ihrem Weg durch den österreichischen Gesetzesdschungel. Als Rechtsberater bei der Caritas bewegen ihn täglich menschliche Schicksale. Davon inspiriert entstand sein Debütroman zu einem der wichtigsten Themen unserer Gegenwart: Asylpolitik.

Die titelgebenden Rosinen sind symbolisches Macht- und Zahlungsmittel der Schlepper beim Drehen krummer Geschäfte. Eine Handvoll davon hätte der afghanische Schlepper Nejat Salarzai wohl bekommen für seinen Kontakt zum westeuropäischen Fremdenpolizisten Ludwig Blum. Nejat verkauft die Hoffnung, dass es weitergeht - und braucht dazu Kontakte, etwa zur Exekutive. Denn nicht nur gefälschte Reisepässe und gefährliche Überfahrten sind sein Metier, sondern er sorgt auch dafür, dass die Daten von aufgegriffenen Flüchtlingen aus dem behördeninternen System gelöscht werden. So zieht er seinen Konterpart, den Polizeibeamten Blum, in einen Strudel der Mittäterschaft.

Blum ist

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