"Ihr habt aber viele Komponistinnen im Programm!"

Dieser Tage beginnt Wien Modern, das wichtige Festival für Neue Musik. Sein Leiter Matthias Lošek nimmt Abschied und blickt im Gespräch nach vor und zurück

Feuilleton | INTERVIEW: ARMIN THURNHER, HEINZ RÖGL | aus FALTER 45/15 vom 04.11.2015

Pop. Song. Voice lautet das heurige Motto von Wien Modern, dem bis Ende November laufenden Festival Neuer Musik in Wien. Es ist das letzte Wien Modern, das Matthias Lošek als Intendant verantwortet. Er beendet seine fünfjährige Tätigkeit in Wien und geht nach Südtirol. Im Gespräch erklärt er das Motto des heurigen Festivals, warum Wien ein Haus für zeitgenössisches Musiktheater braucht und warum er frohen Herzens von der Champions League in die Provinz wechselt.

Falter: Wozu braucht Wien Modern den Pop?

Matthias Lošek: Wir brauchen den Pop gar nicht, und der Pop braucht uns nicht. Das Motto "Pop.Song.Voice" bezeichnet eine mögliche Öffnung zu Spielarten und Optionen von Musik der Gegenwart. Pop schließt die Auseinandersetzung des Festivals mit Formen der modernen Kultur ab. Der Begriff Pop scheint mir für eine Auseinandersetzung verschiedener Komponistinnen, Komponisten und Künstlerkollektive mit der Musik ihrer Zeit durchaus angebracht. Die Vielfalt von Uraufführungen, die


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